Sonntag, 16. Oktober 2016

[Rezension] Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek

Bobby Nusku fristet seine Tage damit, Haare, Kleidungsstücke und weitere Spuren seiner verschwundenen Mutter zu sammeln und zu archivieren. Im Haus seines grobschlächtigen Vaters fühlt er sich nicht geliebt, erst die Freundschaft zum Nachbarsmädchen Rosa und ihrer Mutter Val, die Putzfrau in einem Bücherbus ist, gibt ihm Hoffnung, sich gegen sein Schicksal aufzulehnen. Als alles drunter und drüber geht, machen sich Val, Rosa und Bobby gemeinsam auf eine verrückte Reise mit Vals Bücherbus quer durch England.



ISBN-10: 3453418840
Verlag: heyne
Hard Cover: 19,95€
Taschenbuch: 9,99€
eBook: 9,99€
Seiten: 320
Erscheinungsjahr: 2016
Quelle: randomhouse

[Leseprobe]

Über den Autor:
David Whitehouse
…wurde 1981 in Nuneaton, England geboren. Sein Debut ‚Bed‘ wurde 2010 mit dem ‚To Hell with Prizes Award‘ ausgezeichnet. Er lebt in London.


Meine Meinung:

Das Cover gefällt mir ganz gut, obwohl ich die HardCover-Version sogar noch ein bisschen schöner finde.

Erzähler ist der junge Bobby Nusku, der in der Schule ziemlich einsam ist und auch Zuhause nicht wirklich beachtung findet. Das ändert sich als er Sunny kennenlernt. Die beiden werden sofort beste Freunde. Da Bobby öfter von den andern Jungs geärgert oder sogar verschlagen wird, beschließt Sunny, wie der Terminator, ein Cyborg zu werden und seinen Körper mit Metall zu versetzen. Diverse ‚Unfälle‘ später beschließt Sunnys Mutter wegzuziehn und Bobby steht wieder ganz alleine da…
Aber nicht lange, da lernt er das Nachbarsmädchen Rosa und ihre Mutter Val kennen. Über die Sommerferien lesen sie viele Bücher aus dem Bücherbus zusammen, in dem Val als Putzfrau arbeitet, und es entsteht eine wunderbare Freundschaft. Als Val ihre Stelle gekündigt bekommt und das Verhältnis zwischen Bobby und seinem Vater immer schlimmer wird, packt Val kurzentschlossen ihre Koffer. Zusammen mit Rosa, Bobby und ihrem Hund beginnt nun das Reiseabenteuer mit ihrem gestohlenen Bücherbus, bei dem unterwegs sogar ein Passagier mehr einsteigt.
Natürlich werden alle Abenteurer von der Polizei gesucht, aber mit ein bisschen einfallsreichtum lassen sich fast alle Probleme lösen.

Witzig am lesen fand ich, dass das erste Kapitel das man als Leser liest, dass Ende der Geschichte ist. Diese Idee fand ich wirklich orginell, hat mich nur leider komplett verwirrt. (später hab ichs doch irgendwann verstanden – danke tollpatschiges dummerchen).
Der Roman regt zum nachdenken an und ist an manchen Stellen etwas erschreckend. Gerade am Anfang hab ich lange gebraucht um in die Geschichte hineinzukommen. Das Buch hatte für mich fast bis zum Schluss Schullektüren Charakter (was ja nicht unbedingt schlecht ist – aber ich fand es sehr drückend).
Alle Personen in der Geschichte haben mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen und Versuchen mit ihnen fertig zu werden. Im laufe ihrer Reise wachsen sie alle zu einer Familie zusammen und merken, dass sie gemeinsam einen besseren Weg finden können sie zu meistern.

Ich muss sagen der Anfang hat mir überhaupt nicht gefallen und war gar nicht mein Fall, aber das letzte drittel des Buchs hat mich total Überzeugt und ich finde es hat sich gelohnt.
In meinen Augen ein Gesellschaftsdrama mit HappyEnd.

Die beste Erkenntniss aus dem Buch:   Familie ist da wo die Liebe ist!


Lieblingszitat:
>>Hat diese Geschichte ein HappyEnd?<<
>>So etwas wie ein Ende gibt es nicht. Gutes ergibt sich aus Schlechtem und Schlechtes aus Gutem und so geht es immer weiter. Genau wie im Leben. Bücher sind das Leben. Es gibt nicht nur den Teil, den du liest. Sie fangen schon lange vorher an.. Und sie gehen danach weiter. Alles geht ewig weiter. Du nimmst nur für ein paar Seiten daran teil, für die Dauer eines winzigen, aus der Zeit geschnittenen Fensters.<<
-Seite138
Danke an Heyne  für das Rezensionsexemplar.

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